____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Autoreifen
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Der Autoreifen (auch Pneu, insbesondere in der Schweiz; Ăźber franzĂśsisch pneu âReifenâ von griechisch ĎνξῌΟι pneuma âLuft, Wind, Atemâ) ist ein Luftreifen und bildet mit der RadschĂźssel und der Felge das komplette Rad eines Autos. Autoreifen werden hauptsächlich aus Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) und anderen synthetischen Kautschuken hergestellt, seltener aus Naturkautschuk.
In der EU mßssen Hersteller mittels eines Reifenlabels auf allen seit dem 1. November 2012 hergestellten (und verkauften) Autoreifen ßber deren Kraftstoffverbrauch, Nasshaftung und Geräuschklassifizierung informieren.
Zu anderen Bauarten von Reifen und Rädern siehe: Reifen#Bauarten
Contents
⢠Sommerreifen
⢠Winterreifen
⢠Ganzjahresreifen
⢠Geländereifen
⢠Diagonalreifen
⢠Reifenaufbau
⢠Herstellung
⢠Neureifen
⢠Markierung
⢠Reifenalter
⢠Reifenabrieb
⢠Sonstiges
⢠Produktionsdatum
⢠Reifentests
⢠Reifengas
⢠Reifenwechsel
⢠Radwechsel
⢠Vorschriften
⢠Deutschland
⢠Ăsterreich
⢠Schweiz
⢠Hersteller
⢠Verschiedenes
⢠Altreifen
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Reifenarten nach Einsatzzweck
Autoreifen sind das Bindeglied zwischen Fahrzeug und Fahrbahn. Von wenigen Ausnahmen in den Anfängen des Automobilbaus abgesehen, handelt es sich um Luftreifen. Sie beeinflussen maĂgeblich das Fahrverhalten eines Fahrzeugs. Reifen werden insbesondere auf die Beschaffenheit des Untergrundes, die Temperatur und die Belastung ausgelegt. In Mitteleuropa fahren Automobile meist auf asphaltierten StraĂen mit einer Oberflächentemperatur zwischen â15 °C und +60 °C. Die StraĂen kĂśnnen verschiedene Feuchtigkeitsgrade aufweisen, im Winter kĂśnnen sie von Neuschnee, festgefahrenem Schnee und/oder Eis bedeckt sein. Theoretisch gäbe es fĂźr jede Fahrsituation einen am besten geeigneten Reifen. So werden im Rennsport mehrere Reifensätze mit unterschiedlich hartem Gummi und Regenreifen (mit Profil) oder Slicks (ohne Profil, fĂźr trockene Fahrbahn) vorgehalten und gewechselt. Um unter den Randbedingungen Produktionskosten und Lebensdauer ein mĂśglichst breites Spektrum abzudecken, werden fĂźr den StraĂenverkehr die folgenden Reifenarten angeboten:
Sommerreifen
Sommerreifen sind fĂźr StraĂenverhältnisse ohne Schnee und Eisglätte ausgelegt. Ihre Gummimischung wird auch bei hohen Temperaturen nicht zu weich; auch bei hoher Geschwindigkeit ist die Abnutzung relativ gering. Hersteller wählen im Zielkonflikt zwischen zueinander in Widerspruch stehenden Anforderungen â z. B. einem mĂśglichst geringen Rollwiderstand bei gleichzeitig guter Haftreibung (Bodenhaftung bei Nässe) â einen Kompromiss.
Mit abnehmender Profiltiefe verschlechtert sich das Verhalten bei Regen, Aquaplaning tritt frĂźher auf. Gesetzlich sind daher 1,6 mm Profiltiefe gefordert. Der ADAC empfiehlt fĂźr Sommerreifen mindestens 3 mm Profiltiefe.cite-ref-adac-profiltiefe-1-0[1]
Winterreifen
Siehe auch
:
WinterausrĂźstung (StraĂenverkehr)
Viele Länder haben zu bestimmten Zeiten oder bei bestimmten StraĂenverhältnissen eine Winterreifenpflicht erlassen.
In Deutschland besteht seit dem 4. Dezember 2010 eine Winterreifenpflicht bei winterlichen StraĂenverhältnissen, das heiĂt, wenn Eis, Schnee, Glätte und Schneematsch vorkommen (§ 2 Abs. 3a StVO).
winterreifen-m-2bs-reifenwinterreifen-m-s-reifen Seit dem 1. Januar 2018 mĂźssen neu produzierte Winterreifen auf der Flanke das Alpine-Symbol tragen, um die Winterreifenpflicht mit ihnen zu erfĂźllen. M+S-Reifen ohne Alpine-Symbol gelten seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr als Winterreifen.cite-ref-2[2]
Winterreifen (in der Schweiz Winterpneu) sind fĂźr niedrige Temperaturen und winterliche StraĂenverhältnisse ausgelegt. Sie verfĂźgen Ăźber eine Gummimischung, die auch bei niedrigen Temperaturen ausreichend elastisch ist, um eine hinreichende KraftĂźbertragung (mittels Verzahnung mit dem Untergrund) zu erreichen. Winterreifen waren mit dem M+S-Symbol (englisch Mud and Snow, deutsch Matsch und Schnee) gekennzeichnet.
Die EU-Verordnung Nr. 661/2009 vom 13. Juli 2009 bezeichnete als âM+S-Reifenâ einen Reifen, dessen Laufflächenprofil, Laufflächenmischung oder Aufbau in erster Linie darauf ausgelegt ist, gegenĂźber einem Normalreifen bessere Fahr- und Traktionseigenschaften auf Schnee zu erzielen, und kĂźndigt als DurchfĂźhrungsmaĂnahme die âgenauere Festlegung der physischen Merkmale und Leistungsanforderungenâ bis zum 31. Dezember 2010 an.cite-ref-3[3]
Die deutsche StVO bezog sich bis 2017 noch auf die Richtlinie 92/23/EWG, nach der âM+S-Reifenâ Reifen sind, âbei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, dass sie vor allem in Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen. Das Profil der Lauffläche von M+S-Reifen ist im Allgemeinen durch grĂśĂere Profilrillen und Stollen gekennzeichnet, die voneinander durch grĂśĂere Zwischenräume als bei normalen Reifen getrennt sind.âcite-ref-4[4] (siehe auch Reifenprofil)
Die Kennzeichnung âBerg mit Schneekristallâ (Alpine-Symbol), englisch â3 Peak Mountain Snow Flakeâ (3PMSF oder 3-PMSF) wird von der amerikanischen StraĂenbehĂśrde NHTSA vergeben und kennzeichnet Reifen, welche in einem Test eine gegenĂźber einem Referenzreifen um mindestens 7 Prozent bessere Traktion auf Schnee und Eis erreichen.
Bei niedrigen Temperaturen, aber trockenem Wetter sollen Reifen mit 0,2 bis 0,3 bar mehr Reifendruck als vom Fahrzeughersteller angegeben gefahren werden, da die â vom Reifenhersteller einkalkulierte â DruckerhĂśhung im Reifen geringer ist als bei sommerlichen Temperaturen. Herrschen dagegen Schneematsch und Glätte, sind die unten erwähnten Eigenschaften eines niedrigen Reifendrucks erwĂźnscht.
Geländewagen kĂśnnen mit einer Reifendruckregelanlage ausgerĂźstet sein, um während der Fahrt den Reifendruck verringern kĂśnnen und so eine grĂśĂere Reifenaufstandsfläche zu bewirken. Wenn ein Fahrzeug in weichem Sand oder dergleichen festgefahren ist, kann es helfen, Luft aus den Reifen der Antriebsachse(n) abzulassen.
Anders als bei Sommerreifen ist es bei Winterreifen auch erlaubt, Reifen mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex einzusetzen â abweichend von den Angaben des Fahrzeugscheins. Auch dabei ist die M+S-Kennzeichnung ausschlaggebend, die Ăźbrigens auch Ganzjahresreifen aufweisen kĂśnnen. In Deutschland ist in diesem Fall ein Aufkleber mit der zulässigen HĂśchstgeschwindigkeit der Reifen gemäà Geschwindigkeitsindex im Blickfeld des FahrzeugfĂźhrers anzubringen. Diese Kennzeichnung ist auch in manchen Ländern vorgeschrieben, in denen ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen gilt.
Neben den weit verbreiteten Winterreifen der Geschwindigkeitskategorie T (bis 190 km/h) werden auch Winterreifen der hÜheren Geschwindigkeitskategorien U, H und V (vereinzelt auch W = bis 270 km/h) in diversen Reifendimensionen angeboten. Winterreifen kÜnnen ganzjährig gefahren werden. Auf schneefreiem und trockenem Asphalt, vor allem bei hÜheren Temperaturen, haben sie einen stärkeren Abrieb. Bei frßhlingshaften und sommerlichen Temperaturen haben sie verglichen mit Sommerreifen auf trockener Fahrbahn deutlich schlechtere Fahreigenschaften, z. B. einen längeren Bremsweg.cite-ref-7[7]
Im Laufe der Zeit verhärtet die Gummimischung und die Hafteigenschaften der Reifen lassen nach, selbst wenn die Profiltiefe noch ausreichend ist. Der ADAC empfiehlt, Winterreifen, die älter als sechs Jahre sind, zu ersetzen.cite-ref-8[8] Der ĂAMTC empfiehlt, Reifen nur 4 Jahre zu verwenden.cite-ref-9[9]
Mit abnehmender Profiltiefe verschlechtern sich die Hafteigenschaften auf Schnee deutlich. In Ăsterreich muss deshalb ein Winterreifen mindestens 4 mm Profiltiefe aufweisen (und eine M+S-Kennzeichnung). Bei einer Profiltiefe unter 4 mm gilt der Reifen als Sommerreifen. Der ADAC empfiehlt fĂźr Deutschland ebenfalls 4 mm Profiltiefe; gesetzlich werden in Deutschland nur 1,6 mm gefordert.cite-ref-adac-profiltiefe-1-1[1]
7-Grad-Empfehlung
Jahrzehntelang wurde in den Medien die These vertreten, Winterreifen hätten bei Temperaturen unter 7 °C bessere Eigenschaften als Sommerreifen (sogenannte âSieben-Grad-Empfehlungâ). Diese Aussage wurde jedoch durch Tests widerlegt.cite-ref-10[10]
Auch bei Temperaturen knapp Ăźber dem Gefrierpunkt kĂśnnen mit Sommerreifen sowohl auf nasser als auch auf trockener Fahrbahn kĂźrzere Bremswege erzielt werden als mit vergleichbaren Winterreifen. Der Bremsweg von Winterreifen auf Schnee und Eis ist dagegen deutlich kĂźrzer als der von Sommerreifen.cite-ref-11[11] Die Griffigkeit des StraĂenbelags hat also einen grĂśĂeren Einfluss auf die Traktionseigenschaften der Reifen als die reine Umgebungstemperatur. Besonders in Kombination mit einer verschmutzten oder staubigen StraĂenoberfläche kĂśnnen Niederschläge die StraĂenhaftung zu allen Jahreszeiten deutlich herabsetzen.
Spike-Reifen
Eine besonders auf Eis wirksame Technik ist die Verwendung von Spikes. Das sind Stahl- oder Hartmetallstifte, die in dafßr ausgelegten Reifen angebracht werden kÜnnen. Da Spikes die Fahrbahn erheblich abnutzen, sind sie in vielen Teilen Europas nur eingeschränkt oder gar nicht zulässig.
In Westdeutschland und der DDR waren Spike-Reifen Anfang der 1970er Jahre noch uneingeschränkt zulässig, gerieten zu dieser Zeit jedoch wegen verursachter Fahrbahnschäden in die Diskussion.cite-ref-12[12] Heute sind in Deutschland Spikes nur noch im kleinen deutschen Eck, einem Gebiet rund um Bad Reichenhall, sowie fßr bestimmte Einsatzfahrzeuge erlaubt.
In Ăsterreich dĂźrfen Spikes ausschlieĂlich mit eingeschränkter Geschwindigkeit (Ortsgebiet: 50 km/h, Freilandgebiet: 80 km/h, Autobahnen: 100 km/h) und nicht in den Monaten Juni bis September verwendet werden. Weiterhin muss das Fahrzeug auf der RĂźckseite mit einem speziellen Aufkleber gekennzeichnet sein.cite-ref-13[13]
In der Schweiz sind die Vorschriften ähnlich wie in Ăsterreich; die Verwendung von Spikes auf Autobahnen ist nicht erlaubt.
Ganzjahresreifen
Ganzjahresreifen (auch Allwetterreifen) kÜnnen sowohl im Sommer als auch im Winter eingesetzt werden. Das Profil von Allwetterreifen kombiniert die zwei unterschiedlichen Rillen-Anordnungen der Sommer- und Winterreifen, sodass die fßr hÜhere Temperaturen und bei Nässe benÜtigten Längsrillen ebenso zu finden sind wie die Profilblock-Verzahnungen, die bei Schneeglätte und Eis fßr Halt sorgen.cite-ref-14[14]
Der Aufwand fßr den zweimaligen jährlichen Reifenwechsel und die Investition in einen zweiten Radsatz entfallen. Ganzjahresreifen werden oft bei geringen Fahrleistungen verwendet.
Die Eigenschaften von Ganzjahresreifen waren lange Zeit ein Kompromiss: Auf Schnee blieben sie hinter den Eigenschaften von guten Winterreifen zurĂźck; im Sommer hatten sie â wegen ihrer systembedingt weicheren Gummimischung â einen hĂśheren Abrieb (ReifenverschleiĂ) und etwas erhĂśhten Kraftstoffverbrauch.cite-ref-15[15] Seit den 2020er-Jahren sind gute Ganzjahresreifen reinen Sommer- und Winterreifen ebenbĂźrtig.cite-ref-16[16]cite-ref-17[17] Voraussetzung fĂźr eine Anerkennung von Ganzjahresreifen als Winterreifen im rechtlichen Sinne ist das Vorhandensein des Schneeflocken-Symbols auf der Reifenflanke.
In Ăsterreich besteht seit Winter 2006/07 eine generelle Winterreifenpflicht auf der Antriebsachse fĂźr Lkw Ăźber 3,5 t und fĂźr Omnibusse.
In Deutschland besteht seit dem 4. Dezember 2010 eine situative Winterreifenpflicht. Sie lĂśste eine seit 2006 bestehende, oft als schwammig kritisierte Regelung ab.
Geländereifen
Diese Reifengruppe wird vor allem bei Geländewagen, SUVs, ATVs und UTVs eingesetzt. Es handelt sich um Reifen mit grobem Profil, deren Lauffläche mehr oder weniger stark fĂźr den Einsatz auf unbefestigten StraĂen bis hin zu schwerem Gelände optimiert ist. Auswahlkriterium ist der prozentuale Anteil AsphaltstraĂe/Gelände sowie die Profilformgebung. Varianten sind ST (Street-Terrain) mit hohem StraĂenanteil und geringerer Geländetauglichkeit, AT (All-Terrain) mit ungefähr gleichen Anteilen StraĂe und Gelände, MT (Mud-Terrain) mit hohem Geländeanteil, ggf. auch Schlamm, Felsen und Steine. Extreme Varianten sind Boggers oder Super-Swamper, die speziell grobe Schaufeln und Stollen fĂźr den ausschlieĂlichen Einsatz in sehr grobem Gelände aufweisen.
Reifentypen fĂźr Lkw
Lkw-Reifen werden bevorzugt aus Naturkautschuk hergestellt, welcher hitzebeständiger als Synthesekautschuk ist, was besonders bei groĂen Reifen wichtig ist.
Bei Lkw-Reifen unterscheidet man nicht nur nach Sommer- und Winterreifen, sondern auch nach Einsatzzweck und Achse. So gibt es fĂźr Antriebs-, Lenk- und Anhängerachsen jeweils unterschiedliche Reifen. Auch fĂźr Fernverkehr, Baustelleneinsatz usw. werden die Reifen unterschiedlich gewählt. Diese Reifen werden Professional Off-Road (POR) genannt und sind ersatzweise im Winter nutzbar, wenn keine 3PMSF fĂźr das Fahrzeug angeboten werden. POR-Reifen haben keine EU-Reifenlabel-Kennzeichnung, da ausschlieĂlich fĂźr die gewerbliche Nutzung gedacht.
Reifen mit Notlaufeigenschaften (Runflat-Reifen)
â
Hauptartikel
:
Ausfallsicheres Rad
Seit den 2000er Jahren gibt es Reifen mit Notlaufeigenschaft. Diese ermĂśglichen im Falle eines Reifenschadens die Weiterfahrt mit verminderter Geschwindigkeit (mindestens 80 bis zu 300 Kilometer bei 80 km/h).cite-ref-18[18] Diese Reifen werden auch als Runflat-Reifen, Run-Flat-Reifen oder RunOnFlat-Reifen bezeichnet. Je nach Hersteller sind sie mit den KĂźrzeln ROF, RFT, EMT (Extended Mobility Tire), RSC (Runflat System Component), SSR (Self-Supporting Runflat Tire), ZP (Zero Pressure), DSST (Dunlop Self Supporting Technology), BSR (Bridgestone Support Ring) oder PAX (Michelin StĂźtzring) versehen.
Die Notlaufeigenschaft wird durch verstärkte Seitenwände oder einen StĂźtzring auf der Felge erzielt, die ein Abplatten des Reifens bei Druckverlust oder Platzen verhindern und die ausreichende Ăbertragung von Lenk-, Brems- und Antriebskräften gewährleisten. UnterstĂźtzt wird dieser Effekt durch Felgen mit einer speziellen Form des Felgenhorns, den EH2-Felgen (Extended Hump), die ein Abspringen des beschädigten Reifens von der Felge verhindern.cite-ref-19[19] Da Fahrer einen Druckverlust kaum spĂźren und Drucklosigkeit nicht sicher bemerken, ist grundsätzlich ein Reifendruckkontrollsystem vorgeschrieben. Das MitfĂźhren eines Reserverads ist nicht mehr nĂśtig. Viele gepanzerte Pkw sind mit solchen Sicherheitsreifen ausgestattet.
Reifenarten nach Bauart
Diagonalreifen
Diagonalreifen waren bei Pkw bis in die 1960er Jahre gebräuchlich. Sie weisen mehrere schräg Ăźberkreuzte Karkassenlagen auf, bestehen also aus mehreren Lagen Nylonfasern, die in der Lauffläche und den Seitenwänden diagonal im Winkel von 55 Grad (bei älteren Modellen) angeordnet sind. Sie wurden von Radialreifen verdrängt und sind heute fast nur noch in der Landwirtschaft, bei Oldtimern und älteren Motorrädern Ăźblich. Die Verwendung von Diagonal- und Radialreifen auf einer Achse wird in der StraĂenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) als âMischbereifungâ bezeichnet und verboten.cite-ref-20[20] Das preiswerteste Modell des Golf I hatte von 1974 bis 1975 noch Diagonalreifen.
Die Vorteile von Diagonalreifen sindcite-ref-21[21]
⢠Hohe Stabilität des Fahrzeugs
⢠HÜherer Widerstand gegen Beschädigungen an den Seitenwänden.
Die Nachteile von Diagonalreifen sind
⢠HĂśherer Rollwiderstand, wodurch sich der Reifen schneller erwärmt und schneller verschleiĂt
⢠Nicht komfortabel wegen grĂśĂerer Steifheit des Reifens
⢠HÜherer Kraftstoffverbrauch wegen des hÜheren Rollwiderstands.
Auch im Offroad-Bereich werden Diagonalreifen noch eingesetzt, weil die im StraĂenbetrieb unerwĂźnschte starke Beweglichkeit ihrer Lauffläche eine bessere Selbstreinigung im Schlamm und eine bessere Anpassung an unebene UntergrĂźnde gewährleistet. Viele Rennreifen werden als Diagonalreifen gebaut. Sie haben aber im Fahrverhalten nichts mit den veralteten Autoreifen gemein, kreuzen sich doch bei ihnen die Karkassenlagen in erheblich engerem Winkel. Die GrĂśĂenbezeichnung bei Diagonalreifen, beispielsweise 6.40-15 (auch in der Schreibweise 6.40â15 oder 6.40 - 15), drĂźckt im ersten Wert die Reifenbreite in Zoll aus, hier also 6,4 Zoll (162,56 mm). Der hintere Wert in der Reifenbezeichnung gibt den notwendigen Felgendurchmesser fĂźr diesen Reifen in Zoll an. Das Querschnittsverhältnis (FlankenhĂśhe zu Reifenbreite) hängt von der Reifenform ab, die nicht angegeben wird. Manche BreitenmaĂe kommen jedoch nur bei einer Reifenform vor, so dass diese sich in solch einem Fall aus jenen ableiten lässt.cite-ref-tabb-kfztechn-22-0[22] Diagonalreifen gibt es in den Reifenformen:
⢠Ballon mit einem FlankenhĂśhe/Reifenbreite-Verhältnis von â 98 %, BreitenmaĂ auf 0,25âł abgestuft,
⢠Super Ballon mit einem FlankenhĂśhe/Reifenbreite-Verhältnis von â 95 %, BreitenmaĂ auf 0,10âł abgestuft,
⢠Niederquerschnitt mit einem FlankenhĂśhe/Reifenbreite-Verhältnis von â 88 %, BreitenmaĂ auf 0,50âł abgestuft, mit Ausnahme des MaĂes 7.25â13,
Radialreifen (GĂźrtelreifen)
Radialreifen (X-Technologie) wurden 1948 â auf Anregung von CitroĂŤn â von Michelin entwickelt und eingefĂźhrt. Sie sollten eine hĂśhere Lebensdauer als die bis dahin Ăźblichen Diagonalreifen erreichen. Tatsächlich hielten schon die ersten Radialreifen mehr als doppelt so lange wie Diagonalreifen. Ab 1961 gab es sie auch von Continental, in einer deutlich verbesserten AusfĂźhrung.cite-ref-23[23]
Das Prinzip der Radialreifen beruht auf einer klaren Trennung der Funktionen im Reifenunterbau. Dazu zählen radial angeordnete Karkassenlagen fĂźr besseres Einfedern, dazu stabilisierende GĂźrtellagen unter der Lauffläche. Innerhalb der Karkasse liegen die gummierten Cordfäden in einer oder mehreren Lagen radial, also im rechten Winkel zur Laufrichtung. Der Effekt ist â zusätzlich zur hĂśheren Laufleistung â eine erhebliche Verbesserung gegenĂźber den Diagonalreifen in Bezug auf Haftung bei Nässe und in Kurven sowie bei den Laufeigenschaften.
Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die Mischbereifung auch mit Diagonal- und Radialreifen untersagt.
âEine Mischbereifung ist die zeitgleiche Verwendung von unterschiedlichen Reifentypen fĂźr dasselbe Kraftfahrzeug. Nach § 36 StVZO ist die Kombination von Radial- und Diagonalreifen unzulässig sowie die Mischbereifung auf einer Achse. Zulässig, jedoch fragwĂźrdig, sind unterschiedliche ReifengrĂśĂen, Profiltiefen, Hersteller und die Kombination aus Sommer- und Winterreifen, die ebenfalls als Mischbereifung gelten.âcite-ref-24[24]
Radialreifen haben lautere Abrollgeräusche als Diagonalreifen, weshalb unter anderem Rolls-Royce noch bis in die 1970er Jahre am Diagonalreifen festhielt.
Der gleichbedeutende Begriff âGĂźrtelreifenâ fĂźr den Radialreifen entstand wegen der gĂźrtelfĂśrmigen Lage der härteren Schicht unterhalb der Lauffläche.
Reifenaufbau
Im Gegensatz zu den meisten Fahrradreifen sind heutige Autoreifen in der Regel schlauchlos.
Laufstreifen/Lauffläche
Dieser stellt die Verbindung zur Fahrbahn her. Der Laufstreifen enthält das Profildesign (ProfilblÜcke und -rillen) sowie Lamellen, die je nach Sommer- oder Winterreifen verschieden ausgebaut sind.
Seitenwand/Flanke
Diese stellt den äuĂeren Schutz der Karkasse dar.
Karkasse
Sie ist der tragende Unterbau (Gerßst) eines Reifens. Die Karkasse ist der entscheidende Festigkeitsträger und wird durch Gßrtel und Laufstreifen komplettiert. Sie besteht aus einer oder zwei Gewebeschichten, die in Gummi eingebettet sind. Das Gewebe besteht aus Kunstfasern, Kunstseide (Rayon) und in Radialreifen auch aus Stahlcorden. Die Karkasse wird durch den Innendruck gespannt, sie hält den Reifen zusammen.
Wulst
Er sorgt fßr die feste Verbindung zwischen Reifen und Felge und besteht aus Stahldrähten sowie aus der Wulstzehe, Wulstsohle, Wulstferse und der Wulstkehle.
Innenschicht ((Inner-)Liner)
Diese aus einer besonderen Gummimischung hergestellte Schicht sorgt dafĂźr, dass die Luft nicht nach auĂen diffundiert.
Design und Entwicklung
Die Entwicklung eines neuen Reifens bis zur Marktreife dauert zwei bis drei Jahre. Mit Hilfe von CAD-Systemen werden Reifenprofile entwickelt und z. B. unter Verwendung von 3D-Druckern plastisch aufgebaut und zu Prototypen weiterverarbeitet. Vielfach werden die Prototypen komplett in Handarbeit gefertigt:cite-ref-25[25] Sogenannte âReifenschnitzerâ fertigen Prototypen kĂźnftiger Serienreifen in Handarbeit aus einem Reifenrohling.cite-ref-26[26]
Da sich herkĂśmmliche luftgefĂźllte Reifen nur noch in Details verbessern lassen, gibt es Entwicklungsschritte auch mit vĂśllig neuen Ansätzen. So berichtete der Spiegel im März 2013 von einem Hersteller, der einen neuartigen âGitterreifenâ mit einem patentierten Kunststoffgitter zwischen Felge und Lauffläche entwickelt habe. Bereits zuvor hatten mehrere bekannte Hersteller Reifen ohne Luft präsentiert. Im März 2020 präsentierte das Unternehmen Goodyear ein Konzept fĂźr sich selbst regenerierende Reifen, das sich an die Produktion von Spinnenseide anlehnt.cite-ref-27[27] Solche Neuentwicklungen zielen meist auf grĂśĂere Sicherheit und den Schutz vor Reifenpannen ab, sowie auf Umweltschutz und hĂśhere Laufruhe durch Vermeidung des luftgefĂźllten ResonanzkĂśrpers. Von Michelin sei bereits ein luftfreier Reifen fĂźr Radlader in den USA verfĂźgbar.cite-ref-28[28]
Ein weiteres Problem ist der fĂźr Reifen nĂśtige Kautschuk, dessen Gewinnung synthetisch aus fossilen Rohstoffen oder verbunden mit Regenwaldrodung erfolgt.cite-ref-deutschl-100-29-0[29] 2012 stellte Bridgestone einen Reifen vor, der komplett aus nachwachsenden Rohstoffen besteht.cite-ref-30[30] Das Fraunhofer-Institut fĂźr Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Aachen und der Reifenhersteller Continental AG bauten etwa 2014 in MĂźnster eine Pilotanlage, um LĂśwenzahn-Kautschuk im industriellen MaĂstab herzustellen. 2015 wurden dort die ersten Reifen hergestellt.cite-ref-31[31] Seit 2018 betreibt Continental in Anklam ein Forschungszentrum zur ZĂźchtung einer LĂśwenzahnsorte mit hohem Kautschukgehalt in industriellem MaĂstab.cite-ref-deutschl-100-29-1[29] Ende 2021 zeigte Volvo ein Konzeptfahrzeug mit Pirelli-Reifen, die zu 94 Prozent aus nachwachsendem Material bestanden.cite-ref-32[32] Seit Oktober 2023 belegt Hankook mit der auf Grundlage der EU-Richtlinie fĂźr erneuerbare Energien (EU RED) beruhenden ISCC Plus-Zertifizierung (International Sustainability & Carbon Certification) den Einsatz von biobasiertem Synthesekautschuk und biobasierten KieselerdefĂźllstoffen in seinem ungarischen Werk.cite-ref-33[33]
Herstellung
Neureifen
AnschlieĂend werden diese Lagen beginnend beim Reifenkern an einer Wickelmaschine nacheinander aufgebracht. Zuletzt wird die Laufflächenmischung aufgebracht und der Reifenrohling (green tire) wird in einer Form unter Druck (bis zu 22 bar) vulkanisiert. Die Vulkanisationsdauer und -temperatur (bei PKW-Reifen 170â200 °C) hängt von der GrĂśĂe und Dicke des Reifens ab (etwa 9â13 Minuten). In diesem letzten Schritt erhält der Reifen das Profil, das als Negativ in der Form eingearbeitet ist.
Runderneuerte Reifen
Zur Runderneuerung wird die alte Lauffläche aufgeraut oder abgeschält, eine neue Lauffläche aufgelegt und aufvulkanisiert. Dies ist bis zu einem Drittel billiger als die Herstellung eines Neureifens.
Im Pkw-Bereich spielten runderneuerte Reifen bis 2005 in Deutschland kaum eine Rolle. Bei den Sommerreifen hatten sie weniger als ein Prozent Marktanteil; bei den Winterreifen etwa fĂźnf Prozent. Sie waren nicht als Hochgeschwindigkeitsreifen (Kennung ZR, Y, âŚ) erhältlich. Das hing damit zusammen, dass die Hersteller runderneuerter Reifen der Alterung der Karkasse Rechnung trugen und den Geschwindigkeitsindex ihrer Reifen herabstuften. Aus einem ehemaligen V-Reifen wurde also ein H-Reifen, aus einem H-Reifen ein T-Reifen usw. Bei Lkw-Reifen hatten die Runderneuerten einen Marktanteil von etwa 40 Prozent.cite-ref-34[34]
Runderneuerte Reifen haben nur selten einen hĂśheren Rollwiderstand als Neureifen. Der Marktanteil runderneuerter Lkw-Reifen ging in Europa von 34,2 % (2012) auf 20,1 % (2022) zurĂźck. Der Marktanteil runderneuerter Pkw-Reifen betrug in Europa rund ein Prozent.cite-ref-35[35]
Laut einer 2022 verĂśffentlichten Studie des Fraunhofer-Institut fĂźr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik fĂźr AZuR (Allianz Zukunft Reifen) und Deutsche Bundesstiftung Umwelt verursachen runderneuerte Reifen in der Fertigung Ăźber 63 Prozent weniger CO2-Emissionen als qualitativ vergleichbare hochwertige Neureifen.cite-ref-36[36]cite-ref-37[37]
ReifengrĂśĂe, -Bezeichnung und -Markierung
Ein Radialreifen wird durch folgende Angaben bestimmt:
⢠Nennbreite des Reifens in Millimeter
⢠Verhältnis von FlankenhÜhe (SchafthÜhe) zur Reifenbreite in Prozent
⢠Bauweise der Karkasse (Diagonal- oder Radialreifen)
⢠Felgendurchmesser in Zoll
⢠Geschwindigkeitsindex (Geschwindigkeitskategorie)
⢠zusätzliche Bezeichnungen
Alle Daten sind seitlich auf dem Autoreifen angebracht. Die Art der Beschriftung wird durch die ECE 30 (bzw. ECE 54 fĂźr LKW ab 80 km/h) geregelt. Dabei bilden Breite, Verhältnis und Felgendurchmesser die ReifengrĂśĂenbezeichnung. Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitskategorie bilden die Betriebskennung.
So bedeutet z. B. die Aufschrift 185/65 R 15 85 H folgendes:
⢠185: Die nominelle Breite des Reifens unbelastet an der breitesten Stelle (nicht der Lauffläche!) beträgt 185 mm.
⢠65: Das prozentuale Verhältnis von FlankenhĂśhe zu Reifenbreite ist 65 %; in unserem Beispiel beträgt die FlankenhĂśhe somit 120 mm (= 185 mm Ă 65 %). Fehlt diese Zahl, wie etwa bei der Reifenbezeichnung â155 R 15â, so ist dieses Verhältnis 80 Prozent.
⢠R: Radiale Bauweise der Reifenkarkasse. Ein D kennzeichnet die diagonale Bauweise (diese muss laut ECE 30 nicht gekennzeichnet werden).
⢠15: Der notwendige Felgendurchmesser fßr diesen Reifen ist 15 Zoll.
⢠85: Angabe der Tragfähigkeit in Form des Lastindex (LI). Der LI 85 indiziert laut Zuordnungstabelle eine maximal zulässige Last von 515 kg.
⢠H: Der Geschwindigkeitsindex erlaubt eine maximale Geschwindigkeit von 210 km/h.
Der Durchmesser ist somit Breite Ă Prozent Ă 2 + (Felgendurchmesser Ă 25,4), in unserem Beispiel somit 622 mm (= 185 mm Ă 65% Ă 2 + (15 Ă 25,4) mm)
UTQG (Uniform Tire Quality Grade)
Das Klassifizierungsmerkmal UTQG gibt das Leistungsniveau eines Reifens entsprechend drei verschiedener Kriterien an. Man unterscheidet:
Treadwear
Die Treadwear-Angabe gibt Aufschluss Ăźber das VerschleiĂverhalten des Reifens gegenĂźber einem âNormreifenâ. Der Normreifen besitzt einen Treadwear-Wert von 100. Wird ein Autoreifen mit dem Wert âTreadwear 300â versehen, so nutzt er sich dreimal langsamer ab als ein Normreifen. Es ist also eine dreifache Laufleistung zu erwarten. Ein moderner Alltagsreifen besitzt im PKW-Bereich einen Treadwear-Wert von etwa 250 bis 400.
Traction
Der Traction-Wert gibt Auskunft Ăźber die Haftungseigenschaften auf nassem Untergrund. Der Wert âAAâ gilt vor âAâ und âBâ als haftungsstärkster, wobei âCâ der schlechteste zulässige Wert ist.
Temperature
Die Temperaturkennung gibt an, wie effizient der Reifen die durch Rollreibung und Walkarbeit entstehende Hitze abfĂźhren kann. Ein Reifen mit der besten Kennung âAâ ist also deutlich temperatursouveräner als ein Reifen der niedrigsten Klasse âCâ.
Zusätzliche Bezeichnungen
â
Volkswagen
â â {\displaystyle *}
von und fĂźr BMW abgestimmter Reifen
030908
Genehmigungsnummer des Reifens
1
fĂźr Aston-Martin- und Bentley-Modelle (bei Pirelli)
a
fĂźr Audi-Modelle (bei Pirelli)
AO
Audi Original â von und fĂźr Audi abgestimmter Reifen
B
Gßrtelreifen: fßr Motorräder (150/70 B 17 69 H)
C (commercial)
Leicht-LKW-Reifen (185 R14 C)
CP
Reifen zum Einsatz auf Campingmobilen
kodierter Herstellercode; zeigt auĂerdem an, dass der Reifen den Anforderungen des US-amerikanischen Verkehrsministeriums (Department of Transportation (DoT)) genĂźgt; die vier letzten Ziffern nennen das Produktionsdatum (z. B. DOT xxxx 0312 = 3. Woche 2012).
e13
ECE-PrĂźfzeichen, Reifen nach EG-Regelung genehmigt, 13 = Genehmigungsland (Beispiel)
E4
ECE-PrĂźfzeichen, Reifen nach ECE-Regelungen genehmigt, 4 = Genehmigungsland (Beispiel)
Elect
Speziell fĂźr Elektrofahrzeuge (bei Pirelli-Reifen)
EV
Speziell fĂźr Elektrofahrzeuge (bei Hankook-Reifen)
FR
Felgenrippe
FSL oder MFS
Reifen verfĂźgt Ăźber einen Felgenschutz (Gummikante)
J
fĂźr Jaguar-Modelle (bei Continental-Reifen)
Made in
Herstellungsland
MO
Mercedes Original â von und fĂźr Mercedes-Benz abgestimmter Reifen
MO Extended
Mercedes Original Run-Flat
M+S
Matsch + Schnee-Reifen, Winterreifen (das sagt jedoch nichts Ăźber die Wintertauglichkeit aus, da keine geschĂźtzte Bezeichnung)
N 0; N 1; N 2; N 3; N 4
von Porsche empfohlene Modelle
R, rf, XL, LT, EL, oder extra load
reinforced (engl.) Bezeichnung fĂźr Reifen mit verstärkter Karkasse und damit erhĂśhter Tragfähigkeit â vor allem fĂźr Transporter
Regroovable
nachschneidbar (v. a. fĂźr LKW-Reifen)
ROF
âRun on flatâ, Run-Flat-Reifen
s
âSoundâ, Reifen mit Zertifikat fĂźr verminderte Lärmemissionen (schrittweises Verkaufsverbot fĂźr Reifen ohne diese Kennzeichnung ab dem 1. Oktober 2009 in Deutschland)cite-ref-38[38]
SFI
Abk. fĂźr âside facing inwardsâ Innenseite bei asymmetrischen Reifen
SFO
Abk. fĂźr âside facing outwardsâ AuĂenseite bei asymmetrischen Reifen
SST
Self Supporting Tire = Run-Flat-Reifen (mit verstärkter Seitenwand)
T
Abk. âTemporärâ fĂźr: Noträder
Tubeless
(TL) schlauchlos
Tubetype
(TT) Schlauchreifen
TWI
Profilabnutzungsanzeige oder ReifenverschleiĂanzeige in Hauptprofilrillen (Tread Wear Indicator)
VOL
Volvo Original â von und fĂźr Volvo PKW abgestimmter Reifen
ZP
Zero Pressure (Reifen mit Notlaufeigenschaften)
ZR
Verstärkter Radialreifen fßr Geschwindigkeiten ßber 240 km/h
Markierung
Verschiedene Hersteller markieren ihre Reifen im Profil mit radial umlaufenden farbigen Linien, die mit dem Gebrauch verblassen oder ganz verschwinden. Diese Linien dienen nur zur besseren Unterscheidbarkeit im Lager und enthalten keine verbindliche Information.
Reifenalter
Reifengummi altert und versprĂśdet auch dann, wenn das Fahrzeug stillsteht. Dies besonders dann, wenn es UV-Strahlung (wie sie im Sonnenlicht enthalten ist) ausgesetzt ist. Der ADAC empfiehlt, Reifen maximal bis zum Alter von acht Jahren zu verwenden.cite-ref-40[40]
Studien oder andere Belege fĂźr diese Empfehlungen sind nicht bekannt.
Fßr die Reifen von PKW-Anhängern, welche eine 100-km/h-Zulassung besitzen, gilt ein gesetzliches HÜchstalter von sechs Jahren; ist ein Reifen älter, ist die HÜchstgeschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt.cite-ref-42[42]
Reifenabrieb
Der Abrieb von Reifen ist persistent. Bei Mikroplastik, das durch Abrieb von Reifen in die Umwelt gelangt, sind insbesondere Pkw-Autoreifen der Hauptverursacher.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44] Ein modernes Auto verursacht 2000 mal mehr Feinstaub durch Reifenabrieb als durch Abgase.cite-ref-45[45] Nach einer Abschätzung der Empa stammen in der Schweiz 93 Prozent des in die Umwelt freigesetzten Mikroplastiks aus dem ReifenverschleiĂ.cite-ref-46[46]
Gelangt Reifenabrieb in Gewässer, kann dies Fischsterben verursachen (vgl. Ozonschutzmittel 6PPD).cite-ref-47[47]
Der Reifenabrieb war 2010 mit 111.420 Tonnen in Deutschland eine der mengenmäĂig grĂśĂten Quellen fĂźr Staubemissionen des StraĂenverkehrs. Das betrifft vor allem sedimentierbaren Staub, aber auch Feinstaub.cite-ref-48[48]cite-ref-49[49]
Laut einer VerĂśffentlichung der norwegischen UmweltbehĂśrde aus dem Jahr 2014 stammten 54 Prozent der Mikroplastik-Emissionen in Norwegen vom Reifenabrieb.cite-ref-50[50] 70 Prozent des Kautschuks werden fĂźr die Autoreifenproduktion aufgewendet.cite-ref-51[51]
Der durch Reifenabrieb erzeugte Feinstaub gelangt tief in die Lungen. Er enthält gesundheitsgefährdende Stoffe wie Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, Benzothiazol sowie Schwermetallecite-ref-52[52] wie Blei (siehe Blei#Toxizität)cite-ref-53[53].
Die EU-Kommission hat 2022 vorgeschlagen, mit der Euro 7 auch die Feinstaub-Emissionen durch Reifen und Bremsbeläge zu regulieren.cite-ref-54[54] Bei einem Treffen des EU-Ministerrates am 25. September 2023 hielt dieser an den neuen Grenzwerten fßr den Abrieb von Reifen und Bremsbelägen fest.cite-ref-55[55]
Sonstiges
FertigungsprĂźfungen
Laufrichtung, Innen- und AuĂenseite
Bei Reifen mit laufrichtungsgebundenem Profil zeigt auf der Seitenwand einen Pfeil oder einen Hinweis die vorgeschriebene Drehrichtung an. Auf der Felge aufgezogen, dĂźrfen sie nicht Ăźber Kreuz getauscht werden. Haben sie in der Draufsicht V-fĂśrmige Rillen, trifft die Spitze eines Vs bei Vorwärtsfahrt zuerst auf die Fahrbahn und beim Abrollen werden Wasser oder Schneematsch nach auĂen befĂśrdert.
Wird ein solcher Reifen gegen die vorgegebene Laufrichtung montiert, fĂźhrt das zu verschlechtertem Fahrverhalten durch hĂśhere Aquaplaning-Neigung und eventuell hĂśherer Geräuschentwicklung und hĂśherem VerschleiĂ. Reifenschäden sind mĂśglich.
Es empfiehlt sich, auch bei nicht laufrichtungsgebundenen Reifen die einmal gewählte Laufrichtung beizubehalten, da sich der Reifen durch Abrieb (Ausformung von dachziegelartigem Längsprofil) an diese anpasst und durch einen Wechsel eher schneller verschleiĂt.
Bei Reifen mit â in Bezug auf die Fahrzeuglängsmitte â innen-auĂen-asymmetrischem Profil wird durch die asymmetrische Profilgestaltung das Reifenprofil den Anforderungen im Bereich der AuĂen- und Innenschulter angepasst. Die AuĂenschulter hat groĂen Einfluss auf Kurvenstabilität und das Lenkansprechverhalten. Die Innenschulter kann bei einem Winterreifen durch hohe Anzahl von Eingriffkanten fĂźr bessere Traktion auf Schnee sorgen. Reifen mit asymmetrischem Profil haben auf der Flanke eine Kennzeichnung fĂźr die nach auĂen gehĂśrende Seite.
Ist ein Reifentyp sowohl seitlich asymmetrisch als auch laufrichtungsgebunden â die Drehrichtung festlegend â gestaltet, so existieren zwei unterschiedliche, spiegelbildliche AusfĂźhrungen fĂźr die linke bzw. rechte Fahrzeugseite.
Reifen fßr Nutz- und Geländefahrzeuge, auch fßr Baumaschinen, Traktoren und Militärfahrzeuge, tragen oft eine Kennzeichnung der Traktionsrichtung. Der Pfeil auf der Seitenwand des Reifens zeigt hier ebenfalls die Drehrichtung. Bei korrekter Laufrichtung hat der Reifen auf losem Grund mehr Traktion. Bei Reifen fßr Fahrzeuge mit HÜchstgeschwindigkeiten unter 80 km/h ist die Angabe der Traktionsrichtung lediglich ein technischer Hinweis. Solche Reifen haben ein Profil mit V-fÜrmig angeordnete Stollen mit Reinigungswirkung. Die Spitze des V muss auch in diesem Fall beim Abrollen zuerst den Boden erreichen.
Reifendruck und Kraftstoffverbrauch
â
Hauptartikel
:
Reifendruck
Die Fahrzeughersteller geben fĂźr jeden Fahrzeugtyp den empfohlenen Reifendruck an. Er beeinflusst das gesamte Fahrverhalten und damit die Fahrsicherheit sowie den Kraftstoffverbrauch und die Reifenlebensdauer. Meist ist er getrennt fĂźr das leere und das voll beladene Fahrzeug angegeben. Diese Informationen sind im Handbuch oder meist auf einem Aufkleber in der TĂźr, im Handschuhfach- oder auf der Innenseite der Tankklappe ersichtlich. Bei der DruckĂźberprĂźfung â nur bei kalten Reifen â soll man auch das Reserverad nicht vergessen.
Eine Unterschreitung des vorgeschriebenen Reifendrucks fĂźhrt zu erhĂśhtem Rollwiderstand, schwammigem Fahrverhalten, erhĂśhter Bodenhaftung bei niedrigen Geschwindigkeiten und insbesondere zu starker Erwärmung des Reifens bei hohen Geschwindigkeiten durch die stärkere Walkarbeit. Fast alle Reifenschäden bei Autobahnfahrten sind auf Ăberhitzung der Reifen durch deutliche Unterschreitung des vorgeschriebenen Mindestreifendrucks zurĂźckzufĂźhren. Bei extrem zu niedrigem Reifendruck werden auĂerdem die Laufflächen seitlich stärker abgenutzt.
Durch ErhĂśhung des Reifendruckes um 0,2 bar Ăźber der Herstellerempfehlung erreicht man einen niedrigeren Rollwiderstand, der sich in niedrigerem Kraftstoffverbrauch äuĂert. Faustregel: 0,2 bar mehr bringen 2 Prozent weniger Verbrauch. DarĂźber hinaus kann durch die ErhĂśhung des Reifendrucks in gewissem Rahmen die Lenkgenauigkeit, die Fahrstabilität und damit die StraĂenlage insgesamt verbessert werden, denn sie macht den Reifen in sich steifer, wodurch der Seitenkraftaufbau schneller erfolgt.
Nachteile dieser ErhĂśhung kĂśnnen hingegen ein Verlust an Fahrkomfort durch hĂśhere Federsteifigkeit des Reifens und ein Verlust an Bodenhaftung bei geringen Geschwindigkeiten wegen der geringeren Auflagefläche sein. Diese verringert sich, da sich der Reifen weniger verformen kann und bei stark ĂźberhĂśhtem FĂźlldruck sich die Lauffläche nach auĂen wĂślbt.cite-ref-56[56] BefĂźrchtungen, das Profil kĂśnnte sich in der Mitte der Lauffläche schneller abnutzen als an den Reifenkanten, lassen sich in der Praxis aber nicht bestätigen, solange der Maximaldruck von Ăźblicherweise 3,0 bar nicht Ăźberschritten wird.
Bei allen Weltrekordfahrten fßr den niedrigsten Treibstoffverbrauch oder die längsten erreichten Wegstrecken mit einer Tankfßllung wird seit Jahrzehnten immer mit einem um etwa 0,5 bis 1,5 bar erhÜhten Reifendruck gefahren.
Bei gleicher Dimension weichen die Widerstände der Fabrikate um bis zu 20 Prozent voneinander ab (im Extremfall sogar bis 30 Prozent)cite-ref-57[57] Autohersteller empfehlen meist, bei Geschwindigkeiten Ăźber 130â160 km/h den Reifendruck um 0,2â0,6 bar zu erhĂśhen.
Siehe auch
:
Energiesparende Fahrweise
Produktionsdatum
Seit den 1980er Jahren ist auf der Seitenwand die DOT-Nummer einvulkanisiert. Bei Reifen ab dem Jahr 2000 ist die DOT-Nummer vierstellig, beispielsweise steht â2203â fĂźr die 22. Produktionswoche (Kalenderwoche) des Jahres 2003.
Reifen mit dreistelliger DOT-Nummer ohne nachgestelltes Dreiecksymbol wurden in den 1980er Jahren produziert (z. B. steht â257â fĂźr die 25. Produktionswoche (Kalenderwoche) des Jahres 1987). Reifen mit dreistelliger DOT-Nummer mit nachgestelltem Dreiecksymbol stammen aus den 1990er Jahren.
Um die verbleibende Profiltiefe leichter sichtbar zu machen, sind Indikatoren (TWI-Markierungen, Tread Wear Indicator) vorhanden, kleine HĂścker in mehreren Profilrillen, die eine Restprofiltiefe von 1,6 mm anzeigen. Oft werden diese durch die Buchstaben TWI am Reifenrand markiert, um das Auffinden zu erleichtern. Zur Bestimmung der Profiltiefe gibt es verschiedene Messverfahren, die teilweise sogar im laufenden Verkehr anwendbar sind.
Die richtige Lagerung von Reifen kann sich auf die Lebensdauer auswirken, da das Gummi durch verschiedene EinflĂźsse, wie Licht und Wärme, aber auch durch den Kontakt mit Ăl, Benzin, Fett und LĂśsungsmitteln, angegriffen wird und sich dadurch seine Haltbarkeit deutlich verkĂźrzen kann.cite-ref-58[58]
Eine besondere Form der Reifenabnutzung stellt die Sägezahnbildung dar, bei der die einzelnen ProfilblĂścke vorn und hinten ungleichmäĂig abgenutzt sind.
Reifentests
Bei den Dimensionen (Durchmesser, Breite, Verhältnis Breite/HÜhe) der Reifen gab es Nachfrageverschiebungen bzw. Trends. Reifenkäufer stßtzen ihre Wahl häufig auf Testberichte und/oder auf die Beratung des Händlers. Bekannt sind die Reifentests des ADAC. Im Internet finden sich zahlreiche Test- und Erfahrungsberichte, die nicht immer als seriÜs bewertbar sind.
Auf Grund der Besonderheiten von Reifentests hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung vor Jahren die Berichterstattung dazu beendet.
Reifengas
â
Hauptartikel
:
Reifengas
Als spezielles Reifengas zur BefĂźllung von Autoreifen wurde bis zum Jahr 2000 Schwefelhexafluorid eingesetzt, dann wurde aus Kosten- und UmweltgrĂźnden auf Stickstoff umgestellt. Jedoch sind bisher entgegen den Behauptungen der Anbieter keine nachprĂźfbaren Vorteile bekannt, die Reifengas oder reinen Stickstoff gegenĂźber der Ăźblichen FĂźllung mit normaler Druckluft, die ohnehin 78 Prozent Stickstoff enthält, in Fahrzeugreifen fĂźr den StraĂenverkehr rechtfertigen.
Reifenprofile und Aquaplaning (Wasserglätte)
â
Hauptartikel
:
Aquaplaning
Das Profil gängiger Reifen sorgt bei Nässe dafßr, dass das Wasser zwischen Reifen und Fahrbahn verdrängt und abgeleitet wird und so der Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahnoberfläche weitestgehend erhalten bleibt und die Gefahr eines Aufschwimmens des Reifen reduziert wird. Wie effektiv Aquaplaning vermieden werden kann, hängt besonders stark von der Profiltiefe sowie der Profilgestaltung des Reifens ab. Meist wird bei modernen Reifen im mittleren Bereich des Laufstreifens oder auch asymmetrisch versetzt eine oder mehrere starke Längsprofilierungen gewählt, durch die das Wasser in Laufrichtung direkt abgefßhrt wird. In den Randbereichen wird durch deutlich ansteigende Querprofilierung die Drainagewirkung erhÜht. Asymmetrisch gestaltete und angeordnete ProfilblÜcke sorgen fßr eine Verteilung der Abrollgeräusche ßber ein breiteres Frequenzspektrum. Das sich aus mehreren Frequenzen zusammensetzende Abrollgeräusch wird als weniger laut empfunden als jenes bei Reifen mit identischen Querprofilabständen.
Reifenwechsel
Radwechsel
â
Hauptartikel
:
Radwechsel
Beim Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen werden meist die kompletten Räder (Reifen auf Felgen) ausgetauscht. Ein solcher Radwechsel kann auch selbst durchgefßhrt werden.
Meist werden die Räder nach einer Tauschstrategie zwischen Vorder- und Hinterachse vertauscht; dabei ist sowohl die Laufrichtung als auch die Profiltiefe zu beachten. Da die Hinterachse fĂźr die Fahrstabilität des Fahrzeugs entscheidend ist, sollten dort die besseren Reifen montiert werden, unabhängig davon, welche Achse angetrieben wird. Beste Fahreigenschaften sind mit einheitlicher Bereifung an allen Rädern erzielbar. Bereifung mit unterschiedlichen Reifentypen und VerschleiĂzuständen ist gesetzlich zulässig.cite-ref-59[59]
Radmuttern oder -schrauben mĂźssen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment an- und nach 50â150 km Fahrt nachgezogen werden. Reifenhändler erinnern daran meist mit einem schriftlichen Hinweis im Fahrzeug und auf der Rechnung. Denn ohne Nachziehen kann sich die Verschraubung lĂśsen. Die Ursache dafĂźr ist die Setzen genannte geringe plastische Verformung an den FĂźgeflächen. Sie bewirkt, dass der Kraftschluss an der Schraube verloren geht, insbesondere bei Rädern aus Leichtmetall, das stärker zum Kriechen neigt als Stahl.
Vorschriften
Siehe auch
:
WinterausrĂźstung: Nationale Regelungen
Europäische Union
In Umsetzung einer Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2009cite-ref-60[60] wurde in Deutschland am 1. November 2012 ein Kennzeichnungssystem eingefĂźhrt, das Verbrauchern ermĂśglichen soll, die besten Reifen unter den Aspekten Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externes Rollgeräusch auszuwählen. Die Kennzeichnung ist als Piktogramm ausgefĂźhrt und soll die Kraftstoffeffizienz ähnlich wie beim Energielabel in den Klassen AâG darstellen, daneben die Nasshaftungsklasse (Buchstaben A bis G) und die Angabe des Messwerts in Dezibel (dB) fĂźr das externe Rollgeräusch. Eine Kennzeichnung fĂźr runderneuerte Reifen und Geländereifen fĂźr den gewerblichen Einsatz und andere Spezialreifen ist nicht vorgesehen.
Lärmgrenzwerte nach EU-Verordnung Nr. 661/2009:
| Reifenklasse | Nennbreite | Grenzwerte ab 2012 | Grenzwerte ab Herstellungsdatum 1. November 2016 |
|---|---|---|---|
| C1a | <= 185 mm | | 70 dB(A) |
| C1b | > 185 ⌠215 mm | | 71 dB(A) |
| C1c | > 215 ⌠245 mm | | 71 dB(A) |
| C1d | > 245 ⌠275 mm | | 72 dB(A) |
| C1e | > 276 mm | | 74 dB(A) |
| C2 | â | | 72 [73] dB(A) |
| C3 | â | Normalreifen 76 dB(A) [ 61 ] Winterreifen 78 dB(A) [ 61 ] | 73 [75] dB(A) |
⢠Werte in [ ] Klammern gelten fßr Traktionsreifen.
Deutschland
Siehe auch
:
WinterausrĂźstung (StraĂenverkehr)
In Deutschland ist eine Reifenprofiltiefe im mittleren Bereich der Lauffläche (Hauptprofil) nach § 36 Abs. 2 Satz 4 StVZO von mindestens 1,6 mm ausreichend.cite-ref-62[62] Fßr das zulässige HÜchstalter der Reifen gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, auch dßrfen Reifen unterschiedlicher Fabrikate an den Rädern montiert sein.
Wird eine Profiltiefe von weniger als 1,6 mm von der Polizei festgestellt, ist ein BuĂgeld fällig. Bei konkreter Gefährdung kann auch die Weiterfahrt untersagt werden. Bei Verkehrsunfällen, bei denen eine Schuld durch Verwendung abgefahrener Reifen oder durch die Verwendung von Sommerreifen unter winterlichen StraĂenbedingungen festgestellt wird, kann die Haftpflichtversicherung RegressansprĂźche an den Verantwortlichen geltend machen. Die eigene Fahrzeugversicherung kann in der Vollkaskoversicherung eine Leistung ablehnen und sich hinsichtlich des Haftpflichtschadens des Unfallgegners beim Fahrzeughalter bis zu einer HĂśchstsumme (meist 5000 Euro; vgl. KFZ-Haftpflichtversicherung) schadlos halten.
Seit dem 1. Oktober 2009 dĂźrfen in Deutschland nur noch Reifen mit einer âsâ-Kennzeichnung (besonders leise) verkauft werden. Diese Festlegung galt bis zum 1. Oktober 2010 nur fĂźr Reifen mit einer Breite bis 185 mm und einem Fahrzeuggewicht bis zu 3500 kg, und bis Oktober 2011 nur bis zu einer Breite von 205 mm. FĂźr Reisebusse gilt diese Regelung generell seit 2009.
Ab dem 1. Mai 2006 schrieb die StVO eine an die Wetterverhältnisse angepasste Bereifung vor: âBei Kraftfahrzeugen ist die AusrĂźstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehĂśrten insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage.â Bei einem VerstoĂ waren 20 Euro Verwarngeld vorgesehen, bei Behinderung sogar 40 Euro BuĂgeld und ein Punkteeintrag im Verkehrszentralregister. Allerdings wurde seitens der StVO âgeeignete Bereifungâ nicht weiter ausgefĂźhrt. 2010 wurde die Regelung wegen VerstoĂes gegen das Bestimmtheitsgebot vom Oberlandesgericht Oldenburg als verfassungswidrig eingestuft,cite-ref-63[63] woraufhin im selben Jahr die StVO geändert wurde: Seit dem 4. Dezember 2010 ist â unabhängig von der Jahreszeit â das Fahren bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Reif- oder Eisglätte nur mit M+S-Reifen (Winter- und Ganzjahresreifen) erlaubt. Ausnahmen: Land- und Forstwirtschaftsfahrzeuge, bestimmte Einsatzfahrzeuge, nicht angetriebene Räder von Fahrzeugen der Klassen M2, M3, N2, N3, (Schwere Lkw, Busse). Die BuĂgeldhĂśhen wurden verdoppelt.cite-ref-64[64]
Die 2000 erlassene Richtlinie fßr die Instandsetzung von Luftreifen regelt fßr die Bundesrepublik, welche Schäden am Autoreifen von einem Fachbetrieb repariert werden dßrfen (bei Stichverletzungen im Laufflächenbereich bis 6 Millimeter Ausdehnung; Reparaturverbot, wenn der Reifen mittels Pannenhilfsmittel behandelt wurde) und welche Reparaturverfahren zulässig sind.
Die fĂźr ein Fahrzeug zugelassenen Rad-/Reifenkombinationen waren frĂźher im Fahrzeugschein eingetragen, der Nachfolger (Zulassungsbescheinigung Teil I) verzeichnet nur noch einen Typ. Welche Kombinationen mĂśglich sind, kann der dem Fahrzeug mitgelieferten EWG-Ăbereinstimmungsbescheinigung (Certificate of Conformity, COC) entnommen, beim Hersteller oder einer PrĂźforganisation (z. B. TĂV, Dekra, KĂS, GTĂ und weitere) erfragt oder auch der Bedienungsanleitung des Autos entnommen werden. Die in der EWG-Ăbereinstimmungsbescheinigung aufgefĂźhrten Reifen- und Felgenkombinationen sind ausdrĂźcklich vom Gesetzgeber erlaubt und brauchen nicht eingetragen zu werden.
Mit âMischbereifungâ wird die Bereifung mit unterschiedlichen Typen, nämlich Diagonal- und Radialreifen bezeichnet. Mischbereifung auf einer Achse ist unzulässig. Bereifung mit Sommer- und Winterreifen auf einer Achse ist unzulässig; zulässig ist jedoch die Verwendung von Sommerreifen auf einer Achse und Winterreifen auf der anderen Achse. Bei PKW dĂźrfen am ganzen Fahrzeug entweder nur Diagonal- oder nur Radialreifen gefahren werden. FĂźr bestimmte Fahrzeuge existieren Ausnahmen (§ 36 StVZO).
Ăsterreich
MaĂgeblich fĂźr den Einsatz von Reifen sind das Kraftfahrgesetz (KFG) und die Kraftfahrgesetz-DurchfĂźhrungsverordnung (KDV).cite-ref-65[65]
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt in Ăsterreich:
⢠fßr Kraftfahrzeuge (ausgenommen Motorfahrräder) mit einer Bauartbedingten HÜchstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h und bei Anhängern, mit denen eine Geschwindigkeit von 25 km/h ßberschritten werden darf: 1,6 mm (Winterreifen in Radialbauweise: 4 mm, in Diagonalbauweise: 5 mm).
⢠fßr Kraftfahrzeuge und Anhänger mit einem hÜchsten zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3500 kg: 2 mm. (Winterreifen in Radialbauweise: 5 mm, in Diagonalbauweise: 6 mm).
⢠fßr Motorfahrräder: 1,0 mm
In Ăsterreich herrscht im Zeitraum vom 1. November bis 15. April Winterreifenpflicht, und zwar
⢠fßr Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen, falls winterliche Verhältnisse herrschen,
⢠fßr Schwerfahrzeuge prinzipiell.
Als Winterreifen gelten nur M+S-Reifen oder M+S&E-Reifen (Matsch- und Schnee- und Eis-Reifen), die die Mindestprofiltiefe fĂźr Winterreifen nicht unterschreiten. Nur sie erlauben den Betrieb bei Winterreifenpflicht oder auf StraĂen, die nur mit WinterausrĂźstung befahren werden dĂźrfen. Sind Winterreifen nicht vorgeschrieben, gelten auch fĂźr M+S-Reifen oder M+S&E-Reifen lediglich die auch fĂźr normale Reifen gĂźltigen Mindestprofiltiefen. Es ist verboten, Kraftwagen mit nicht mehr als 3500 kg hĂśchster zulässiger Gesamtmasse (und Anhänger die damit gezogen werden dĂźrfen) achsweise mit Mischbereifung, also Sommerreifen auf einer Achse und Winterreifen (M+S mit Winterreifen-Profiltiefe) auf der anderen, zu betreiben (Ausnahme: Räder, die keine Kräfte auf die Fahrbahn Ăźbertragen). AuĂerdem dĂźrfen auf einer Achse nur Winterreifen oder nur M+S-Reifen ohne Winterreifen-Profiltiefe oder nur Sommerreifen zum Betrieb verwendet werden.
FĂźr KFZ bis 3,5 Tonnen sind in Ăsterreich Spike-Reifen erlaubt, dann gilt aber eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 bzw. 100 km/h fĂźr Freiland bzw. Autobahn. Spikes befreien nicht von einer eventuell verordneten Kettenpflicht.
Sind an einem Zugfahrzeug Spikereifen angebracht, dann mßssen auch am Anhänger Spikereifen montiert sein. Fahrzeuge mit Spikebereifung sind mit der Spikeplakette zu kennzeichnen.
Schweiz
Die Mindestprofiltiefe beträgt nach Art. 58 Abs. 4 VTS 1,6 mm, fßr Winterreifen ist eine Mindestprofiltiefe von 4 mm empfohlen.
Der Begriff Winterreifen ist gesetzlich nicht definiert, folglich besteht auch keine Pflicht, ein Auto mit Winterreifen auszurĂźsten.cite-ref-66[66] Zu berĂźcksichtigen ist aber, dass das Fahrzeug unabhängig von der Witterung in einem betriebssicheren Zustand zu sein hat und die Fahrweise den StraĂenverhältnissen anzupassen ist; andernfalls kann die Versicherung Regress auf den Fahrer nehmen und im Schadensfall die Versicherungsleistung vermindern (Art. 29 SVG). Bei ungenĂźgendem Profil oder unangepasster Bereifung (Sommerreifen im Schnee) ist die Betriebssicherheit nicht erfĂźllt.
Hersteller
Da moderne Fahrzeugreifen Produkte einer hochentwickelten Technologie sind, die ständig weiterentwickelt werden, fallen enorme Forschungs- und Produktionskosten an. Diese sind auf Dauer von kleinen und mittleren Unternehmen nicht aufzubringen. In der Reifenindustrie vollzieht sich deshalb, wie in anderen Industriezweigen auch, im Rahmen der weltweiten Liberalisierung des Handels ein Konzentrationsprozess. Mit wenigen Ausnahmen gehĂśrt der grĂśĂte Teil der am weltweiten Reifenmarkt angebotenen Marken zu groĂen Teilen oder ganz zu einem der fĂźnf groĂen, global operierenden Mutterkonzerne, die zusammen einen Weltmarktanteil von knapp 50 % erreichen:cite-ref-eulerhermes-de-67-0[67]
⢠Japan Der Bridgestone-Konzern mit den Marken Bridgestone, Firestone, FirstStop
⢠Deutschland Die Continental AG mit den Marken Continental, Semperit, Uniroyal, Barum (PKW, LKW), Euzkadi, Gislaved, General Tire, Sime, Viking, Mabor, Sportiva, Sebring, TeamStar, Point S Summerstar, Point S Winterstar, Matador (PKW)
⢠Frankreich Der Michelin-Konzern mit den Marken Michelin, KlÊber, BFGoodrich, Stomil, Taurus, Kormoran, Riken, Tigar
Weitere groĂe Reifenhersteller sind:
⢠Israel Alliance - gehÜrt zu Yokohama
⢠Indien Balkrishna (Marke BKT)
⢠Russland Danubiana
⢠Taiwan Federal Tyres
⢠Indonesien Gajah Tunggal (Marke GT Radial)
⢠Vereinigte Staaten Galaxy
⢠Singapur Giti Tire
⢠Russland KAMA
⢠Korea Sud Kumho
⢠Turkei Lassa
⢠China Volksrepublik Linglong Tire (Marke Leao)
⢠Taiwan Maxxis
⢠Taiwan Nankang
⢠Korea Sud NEXEN
⢠Finnland Nokian
⢠Australien Ovation
⢠Turkei Petlas
⢠China Volksrepublik Shanghai Tyre & Rubber Co., Ltd
⢠Russland SIBUR Russian Tyres (Marke Cordiant)
⢠Japan Sumitomo Rubber Industries (Marke Falken)
⢠Japan Toyo
⢠Schweden Trelleborg AB (Marken Trelleborg Wheel Systems, Pirelli-Landwirtschaftsreifen, Bergougnan, Monarch, Rota)
⢠China Volksrepublik Triangle
⢠Japan Yokohama
Weltweit gibt es rund 1500 Reifenhersteller, ungefähr 1400 davon in China. Es werden jährlich rund 1,2 Milliarden Reifen verkauft.cite-ref-eulerhermes-de-67-1[67]
Meist werden die unter dem Namen des Mutterkonzerns vertriebenen Marken im oberen Marktsegment als âPremium-Markenâ angeboten. Um mĂśglichst alle Preissegmente abzudecken, wird das Sortiment mit den Zweit- und Drittmarken im mittleren und unteren Preisbereich ergänzt. AuĂerdem werden fĂźr Serviceketten und Reifenfachhändler auf Bestellung âHausmarkenâ unter vielen verschiedenen Namen produziert. Letztere sind dann in der Regel altbewährte Modelle mit leichten Designänderungen, die im Rahmen der permanenten Sortimentserneuerung aus der Palette des eigenen Konzerns gefallen sind. Ebenfalls leicht abweichende Designs finden sich bei Reifen, die speziell fĂźr eine bestimmte Automarke hergestellt werden; derartige Reifen sind durch Zusätze in der Reifenbezeichnung zu erkennen.
Der Pirelli-Konzern stand nach seinem verstärkten Engagement in der Telekommunikationsbranche in den letzten Jahren vor der Entscheidung, seine PKW-Reifensparte an Mitbewerber zu verkaufen, entschied sich jedoch wegen des Marktwerts der mit einem sportlichen Image behafteten Marke fßr den Behalt.
Die wichtigsten Reifenhersteller
| Reifenhersteller | Marktanteil 2012 in % [ 67 ] | Umsatz 2013 in Mrd. Euro [ 69 ] | Umsatz 2021 in Mrd. Euro [ 70 ] |
|---|---|---|---|
| Bridgestone | 15,3 | 22 | 23,0 |
| Michelin | 14 | 20,2 | 23,3 |
| Goodyear | 10 | 14,2 | 15 |
| Continental | 5,8 | 10 | 11,8 |
| Sumitomo | 4,2 | 4,8 | 6,2 |
| Pirelli | 4,1 | 6,1 | 5,3 |
| Hankook | 3,4 | 5 | 5,3 |
| Yokohama | 3 | 3,4 | 4,5 |
| Maxxis | 2,5 | 3,2 | 3,2 |
Verschiedenes
Der nach Eigenaussage mit groĂem Abstand nach StĂźckzahl weltgrĂśĂte Hersteller von Reifen â fĂźr Spielzeug â ist die Lego Group: Im Jahr 2016 produzierte das Unternehmen Ăźber 730 Millionen StĂźckcite-ref-71[71] und damit etwa viermal so viele wie der grĂśĂte âreguläreâ Reifenproduzent Bridgestone.cite-ref-72[72]
Altreifen
Altreifen - Weiterverwendung
Altreifen sind weltweit im Ăberfluss verfĂźgbar, allein in Deutschland fallen jährlich 600.000 Tonnen Altreifen ancite-ref-73[73], eine Weiterverwertung neben der oben beschriebenen Runderneuerung erfolgt vielfältig:
⢠Als ganzes Objekt:
⢠StoĂdämpfende Fender zwischen Pier und Schiffen, abgehängt an Seilen
⢠Abriebschutz an Bojen, Landungsstegen
⢠Unterlage unter Kettenfahrwerken zur Schonung von Asphalt-StraĂenbelag
⢠In Spielgeräten fßr Kinder und Erwachsene zum Besteigen, Beklettern, Sitzen, Gewichtheben
⢠Aufpralldämpfer beim händischen Abladen eines vollen Bierfasses (Holz, Stahl oder Alu) durch Abrollen von der Lkw-Ladefläche
⢠Als verlorene Gussform fßr Betonballast als Standfuss fßr Verkehrstafeln
⢠Als Beschwerer in der Landwirtschaft, zum beschweren der Folien fßr die Silage Herstellung in einem Fahrsilo
⢠schwere, puffernde Randbegrenzung an Rennbahnen fĂźr Gokart bis Rennauto â Reifen werde dafĂźr zu Ketten oder Stapeln verbunden
⢠Geschnitten:
⢠FuĂabstreifer â 2â3 cm breite Lamellen aufgefädelt auf 2â3 mm starken Stahldraht
⢠PflanzgefäĂ, Tierskulptur fĂźr den Garten
⢠Regenschutz ßber VorhängeschlÜssern
⢠Egge aus einigen verbundenen flach-ringfÜrmigen Reifenhälften
⢠Geschnitzelt:
⢠verklebt zu porÜsem Gummi
⢠als Brennmaterial im Drehrohrofen zur Zementherstellung â hier geht der Eisengehalt (Stahldraht in GĂźrtel und Randeinlage) als erwĂźnscht in den Zement Ăźber.
Verbreitung von Insekten durch in Reifen angesammeltes Wasser
Demontierte Reifen haben die Form eines Torus mit innen schlitzfĂśrmiger Ăffnung. Egal in welcher Lage ein Reifen im Freien liegt, bildet sich in ihm durch Regenwasser eine WasserpfĂźtze aus, welche, durch den Reifen vor Wind geschĂźtzt, lange bestehen bleibt.
Einer der wichtigsten Verbreitungswege fĂźr invasive MĂźcken wie die Asiatische TigermĂźcke und die Asiatische BuschmĂźcke ist der Gebrauchtreifenhandel. Mit den Reifen gelangen Eier aus Asien per Frachtschiff nach Europa, wo die Reifen u. a. zur Herstellung von FlĂźsterbeton verwendet werden.cite-ref-74[74]
Auch Insekten wie die Malaria Ăźbertragende StechmĂźcke nutzen die PfĂźtzen in Reifen.
Siehe auch
⢠Leichtlaufreifen
⢠Motorradreifen
⢠Sportreifen
⢠Tweel â ein luftloser Reifen
⢠WeiĂwandreifen
Literatur
⢠JÜrnsen Reimpell, Peter Sponagel: Reifen und Räder. In: JÜrnsen Reimpell (Hrsg.): Fahrwerktechnik. Vogel, Wßrzburg 1988, ISBN 3-8023-0737-2.
Weblinks
Commons
: Autoreifen
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Autoreifen
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Adac.de: Leitfaden zu Bezeichnungen im Fahrzeugschein und auf Autoreifen
⢠blick.ch: Bedeutung der Bezeichnungen an Reifen
⢠Youtube.com: Autoreifen â Ein schmutziges Milliardengeschäft (WDR-Dokumentation 2019, 43 Minuten Ăźber Kautschukbaum-Plantagen in Thailand)
Einzelnachweise
cite-note-22. â StraĂenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), § 36 Bereifung und Laufflächen, Absatz 4 In: gesetze-im-Internet.de.
cite-note-33. â Verordnung (EG) Nr. 661/2009 des europäischen Parlaments und Rates vom 13. Juli 2009 (PDF)
cite-note-44. â Richtlinie 92/23/EWG, S. 16 (PDF)
cite-note-55. â Stiftung Warentest Ăźber das M+S-Zeichen (Memento vom 5. Februar 2018 im Internet Archive) In: test 12/2010, S. 76.
cite-note-66. â Vorsicht vor Billigmarken mit M+S-Symbol. In: focus.de, 2. Dezember 2010.
cite-note-77. â Winterreifen im Sommer. ADAC, abgerufen am 4. Februar 2018: â⌠der Bremsweg aus Tempo 100 um bis zu 16 Meter verlängert.â
cite-note-88. â Rund um den Reifen. ADAC, abgerufen am 4. Februar 2018: âReifen altern, auch wenn sie nicht benutzt werden! Die Sicherheit von alten Reifen nimmt deutlich ab. Deshalb Reifen, die älter als 8 Jahre sind, nicht mehr verwenden.â
cite-note-99. â Rund um den Reifen. In: oeamtc.at. Ăsterreichischer Automobil-, Motorrad- und Touring Club, abgerufen am 4. Februar 2018: âEs sollten nur vier gleiche Reifen, die noch nicht länger als vier Jahre in Gebrauch sind, verwendet werden.â
cite-note-1010. â Christian WĂźst: Automobile â Eiskalter Schwindel. In: Der Spiegel. Nr. 42, 2005 (online).
cite-note-1212. â Spikes-Reifen verbieten?. In: Kraftfahrzeugtechnik 10/1971, S. 296.
cite-note-1313. â Spikereifen. In: HELP.gv.at. Abgerufen am 4. Februar 2018.
cite-note-1414. â marktjagd.de: Reifenwechsel - Der richtige Reifen fĂźr jedes Wetter (Memento vom 30. Oktober 2013 im Internet Archive)
cite-note-1515. â Stiftung Warentest: Ganzjahresreifen â Keine Kompromisse. In: test.de, 19. Oktober 2012.
cite-note-1616. â Auto Bild: Ganzjahresreifen-Test 2022/2023: 195/55 R 16 In: autobild.de, 29. September 2022.
cite-note-1717. â Ganzjahresreifen-Test 2023: 235/55 R 17 In: autobild.de, 16. März 2023.
cite-note-1818. â Dunlop Self Supporting Technology (Memento vom 17. März 2015 im Internet Archive) (aufgerufen am 25. Januar 2015)
cite-note-1919. â Die Runflat-Technologie. In: kfztech.de. Abgerufen am 27. August 2008.
cite-note-2020. â ADAC zu Reifenersatz: Mischbereifung ist ein Risiko. Abgerufen am 25. Oktober 2024.
cite-note-2121. â Der Unterschied zwischen Diagonal- und Radialreifen
cite-note-tabb-kfztechn-2222. â Max Bohner, Wolfgang Keil, Siegfried Leyer, Wolfram Pichler, Wolfgang Saier, Harro Schmidt, Paul Siegmayer, Heinz Zwickel: Tabellenbuch Kraftfahrzeugtechnik. Tabellen, Formeln, Ăbersichten, Normen. Mathematik, Grundkenntnisse, Fachkenntnisse Kraftfahrzeugtechnik, Werkstoffkunde, Zeichnen, Normteile (= Europa-Fachbuchreihe fĂźr Kraftfahrzeugtechnik.). 10. Auflage. Verlag Europa-Lehrmittel, Nourney, Vollmer GmbH & Co., Haan-Gruiten 1994, ISBN 3-8085-2070-1, S. 227 (Leitung des Arbeitskreises und Lektorat: Rolf Gscheidle).
cite-note-2323. â auto motor und sport. Heft 5/1961, S. 29â32.
cite-note-2424. â Mischbereifung Definition; abgerufen am 28. April 2024.
cite-note-2525. â Vom Gummi zum Reifen im Zeitalter von Doppel-A. In: motor-talk.de, 5. Juli 2012.
cite-note-2626. â Julia Spurzem: Handgeschnitzte Reifen. In: Spiegel Online, 3. Oktober 2012 (spiegel.de).
cite-note-2727. â Pinkstone, Joe: Goodyear unveils a self-regenerating TYRE that uses a capsule of biodegradable liquid 'inspired by spider silk' in the centre of the wheel to 'recharge' the tread. In: www.dailymail.co.uk. 3. März 2020, abgerufen am 3. März 2020 (englisch).
cite-note-2828. â JĂźrgen Pander: Neue Reifentechnologie: Die Luft muss raus. In: Spiegel Online, 26. März 2013 (spiegel.de).
cite-note-deutschl-100-2929. â Werner Nording: Nachhaltig Wirtschaften - Autoreifen aus LĂśwenzahn. In: deutschlandfunkkultur.de. 16. November 2021, abgerufen am 20. April 2023.
cite-note-3030. â Christian Frahm: Reifen-Rohstoffe: Hersteller experimentieren mit LĂśwenzahn und SojaĂśl. In: Spiegel Online. 14. November 2012, abgerufen am 19. April 2023.
cite-note-3131. â Automobil. In: biooekonomie.de. Abgerufen am 19. April 2023.
cite-note-3232. â Gerd Stegmaier: Volvo Concept Recharge: Neuer XC60 mit XXL-Reichweite und Mini-CO2-Abdruck. In: auto-motor-und-sport.de. 17. November 2021, abgerufen am 19. April 2023.
cite-note-3333. â Christine SchĂśnfeld: Hankook-Werk in Ungarn erhält ISCC Plus-Zertifizierung. In: reifenpresse.de. 26. Oktober 2023, abgerufen am 12. Januar 2024.
cite-note-3434. â Zweite Chance auf dem Asphalt. In: abendblatt.de.
cite-note-3535. â Import-Welle von Neureifen aus Fernost bedroht Runderneuerung in Europa www.recyclingmagazin.de, 21. August 2023
cite-note-3636. â runderneuert.de: ZUSAMMENFASSUNG DER WICHTIGSTEN ERGEBNISSE (pdf, 11 S.)
cite-note-3838. â MID: Pkw: Verkaufsverbot fĂźr Lärm-Reifen. In: Focus Online. 9. September 2009, abgerufen am 14. Oktober 2018.
cite-note-3939. â Wie alt dĂźrfen neue Reifen sein? Und so erkennen Sie das wahre Alter; abgerufen am 25. Oktober 2024.
cite-note-4040. â Wie alt dĂźrfen neue Reifen sein? Und so erkennen Sie das wahre Alter; abgerufen am 25. Oktober 2024.
cite-note-4141. â FAQ Reifen. In: tcs.ch. Abgerufen am 22. Juli 2017.
cite-note-4242. â Text der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO
cite-note-4343. â welt.de vom 5. Februar 2020, abgerufen am 28. Februar 2021.
cite-note-4444. â Thomas Harloff: Reifenabrieb schadet Gesundheit mehr als Abgase. In: auto-motor-und-sport.de. 6. März 2020, abgerufen am 26. Februar 2024.
cite-note-4646. â Toxischer Reifenabrieb - Schweiz: Mikroplastik stammt zu 90 Prozent von Pneus. In: srf.ch. 13. Februar 2024, abgerufen am 14. Februar 2024.
cite-note-4747. â Susanne Aigner: Reifenabrieb tĂśtet Fische. Neues Deutschland, 2. April 2021, abgerufen am 5. April 2021.
cite-note-4848. â Birgitt Kocher: BASt - Berichte der BASt - Stoffeinträge in den StraĂenseitenraum - Reifenabrieb. Bundesanstalt fĂźr StraĂenwesen, 2010, abgerufen am 27. Dezember 2021.
cite-note-4949. â Christiane KĂśllner: So lassen sich Brems- und Reifenabrieb reduzieren. In: SpringerProfessional. 26. August 2021, abgerufen am 27. Dezember 2021.
cite-note-5050. â Peter Sundt, Per-Erik Schulze, Frode Syversen: Sources of microplastics-pollution to the marine environment. (Memento vom 27. Januar 2018 im Internet Archive) (PDF; 4,5 MB) 2014; Table 8-1 âSummary of emission estimates for Norwegian sources to microplastic pollutionâ (S. 88).
cite-note-5151. â Die Kautschuk-Apokalypse. In: zeit.de, 10. November 2013, abgerufen am 26. November 2017.
cite-note-5353. â Der norwegische UmweltĂśkonom und Berater der Weltbank Bjorn Larsen verĂśffentlichte dazu am 11. September 2023 gemeinsam mit dem leitenden Umweltexperten der Weltbank, Ernesto SĂĄnchez-Triana, in der Fachzeitschrift Lancet Planetary Health den Aufsatz Global health burden and cost of lead exposure in children and adults: a health impact and economic modelling analysis (PDF, 10 Seiten, open access)
cite-note-5454. â Press corner. Abgerufen am 23. Februar 2023 (englisch).
cite-note-5555. â FAZ vom 26. September 2023 (auch online)
cite-note-5656. â ECE-PrĂźfzeichen und Reifenalter (Memento vom 12. Februar 2007 im Internet Archive)
cite-note-6060. â Deutscher Text der EU-Verordnung 1222/2009 (PDF)
cite-note-technews-europe-611. TechNews Europäisches Reifenlabel und Grenzwerte. (PDF) Archiviert vom Original (nicht mehr online verfßgbar) am 3. Dezember 2019; abgerufen am 3. Dezember 2019.
cite-note-6262. â §36 StVZO, Auszug "Das Hauptprofil muss am ganzen Umfang eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm aufweisen; als Hauptprofil gelten dabei die breiten Profilrillen im mittleren Bereich der Lauffläche, der etwa 3/4 der Laufflächenbreite einnimmt."
cite-note-6363. â OLG Oldenburg (Oldenburg) Senat fĂźr BuĂgeldsachen, Beschluss vom 9. Juli 2010
cite-note-6464. â Verordnung zur Ănderung der StraĂenverkehrs-Ordnung und der BuĂgeldkatalog-Verordnung vom 1. Dezember 2010 (BGBl. I S. 1737)
cite-note-6565. â Recht: Nationale Vorschriften. Bundesministerium fĂźr Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), abgerufen am 12. November 2025.
cite-note-6666. â Winterdienst auf den Nationalstrassen â Winterreifen. In: astra.admin.ch. Bundesamt fĂźr Strassen, 28. Juni 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 28. Juni 2011; abgerufen am 24. August 2019.
cite-note-eulerhermes-de-6767. â Yann Lacroix: Die Reifenbranche boomt. In: eulerhermes.de. EulerHermes Economic Research, 10. April 2014, abgerufen am 10. Oktober 2017.
cite-note-6868. â Brand Portfolio. Abgerufen am 5. März 2021 (englisch).
cite-note-692. Hans-Jßrgen Klesse: Reifenmarkt: Pirelli im Visier von Russen und Asiaten. In: wiwo.de. Wirtschaftswoche, 21. März 2014, abgerufen am 24. August 2019.
cite-note-703. PS Welt, Umsatz der grĂśĂten Reifenhersteller In: Die Welt vom 15. Juli 2022, abgerufen am 12. Januar 2024.
cite-note-7171. â Staunfakten â Lego. The LEGO Group, abgerufen am 10. Oktober 2017.
cite-note-7272. â Yann Lacroix: Die Reifenbranche boomt. (PDF) Euler Hermes Economic Research, 10. April 2014, abgerufen am 10. Oktober 2017.
cite-note-7373. â Haiko Prengel: Ăko-Reifen sollen Umwelt entlasten. rp-online.de, abgerufen am 28. Februar 2021.
cite-note-7474. â Lisa Schweizer/Fritz HabekuĂ: Grafik: Moskitos, in: Die Zeit, 9. August 2018, S. 34.